Versicherungsvermittlung

Versicherungsvermittlung gemäß § 94 Z 76 GewO, §§ 137ff. GewO

Status

natürliche oder juristische Person, eingetragene Personengesellschaft

Tätigkeit

  • Vorbereitungsarbeiten (Anbieten, Vorschlagen etc.) zum Abschluss von Versicherungsverträgen
  • Abschluss von Versicherungsverträgen
  • Mitwirken bei Verwaltung und Erfüllung von Versiche-rungsverträgen, insbesondere im Schadensfall
  • Vermittlung von Bausparverträgen und Leasingverträgen über bewegliche Sachen (§ 138 Abs. 3 GewO)

Tätigkeit der Versicherungsvermittlung kann in der Form „Versi-cherungsagent“ oder in der Form „Versicherungsmakler und Bera-ter in Versicherungsangelegenheiten“ erfolgen.

Voraussetzungen

Zuverlässigkeit, Befähigungsnachweis (Befähigungsprüfung oder individueller Nachweis besonderer Kenntnisse) und Nachweis einer Berufs-/Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Kommentar

Versicherungsagent (§§ 43ff. VersVG) Versicherungsagent ist, wer von einem Versicherer ständig damit betraut ist, für diesen Versicherungsverträge zu vermitteln oder zu schließen (§ 43 Abs.1 VersVG). Laut § 43 Abs.2 VersVG gilt ein Versicherungsagent, auch wenn er nur mit der Vermittlung von Versicherungsgeschäften betraut ist, als bevollmächtigt in dem Versicherungszweig, für den er bestellt ist:

  • Anträge auf Abschluss, Verlängerung oder Änderung eines Versicherungsvertrages sowie den Widerruf solcher Anträ-ge entgegenzunehmen;
  • die Anzeigen, welche während der Dauer des Versiche-rungsverhältnisses zu machen sind, sowie Kündigungs- und Rücktrittserklärungen oder sonstige das Versicherungsver-hältnis betreffende Erklärungen vom Versicherungsnehmer entgegenzunehmen;
  • die vom Versicherer ausgefertigten Versicherungsscheine oder Verlängerungsscheine zu übermitteln;
  • Prämien nebst Zinsen und Kosten anzunehmen, sofern er sich im Besitz einer vom Versicherer unterzeichneten Prä-mienrechnung befindet; zur Unterzeichnung genügt eine Nachbildung der eigenhändigen Unterschrift.

Der Versicherungsagent ist verpflichtet, alle Kundengelder auf streng getrennt geführten offenen Treuhand- bzw. Anderkonten zu verwahren (§43 Abs. 5 VersVG).

Versicherungsmakler (§§ 26ff. MaklerG

Versicherungsmakler ist, wer als Handelsmakler Versicherungs-verträge vermittelt (§ 26 Abs.1 Satz 1 MaklerG). Der Versicherungsmakler ist verpflichtet, die Interessen des Versi-cherungskunden gemäß § 3 Abs. 1 und Abs. 3 sowie gemäß § 27 Abs. 1 MaklerG zu wahren. Diese umfassen die Aufklärung und Beratung des Versicherungskunden über den zu vermittelnden Versicherungsschutz sowie insbesondere auch folgende Pflichten:

  • Erstellung einer angemessenen Risikoanalyse und eines angemessenen Deckungskonzeptes sowie Erfüllung der Dokumentationspflicht gemäß § 137g GewO;
  • Beurteilung der Solvenz des Versicherers im Rahmen der zugänglichen fachlichen Informationen, soweit dies bei der Auswahl des Versicherers zur sorgfältigen Wahrung der In-teressen des Versicherungskunden im Einzelfall notwendig ist;
  • Vermittlung des nach den Umständen des Einzelfalls best-möglichen Versicherungsschutzes, wobei sich die Interes-senwahrung aus sachlich gerechtfertigten Gründen auf be-stimmte örtliche Märkte oder bestimmte Versicherungs-produkte beschränken kann, sofern der Versicherungsmak-ler dies dem Versicherungskunden ausdrücklich bekannt-gibt;
  • Bekanntgabe der für den Versicherungskunden durchge-führten Rechtshandlungen sowie Aushändigung einer Durchschrift der Vertragserklärung des Versicherungskun-den, sofern sie schriftlich erfolgte; Aushändigung des Ver-sicherungsscheins (Polizze) sowie der dem Vertrag zu-grundeliegenden Versicherungsbedingungen einschließlich der Bestimmungen über die Festsetzung der Prämie;
  • Prüfung des Versicherungsscheins (Polizze);
  • Unterstützung des Versicherungskunden bei der Abwick-lung des Versicherungsverhältnisses vor und nach Eintritt des Versicherungsfalls, namentlich auch bei Wahrnehmung aller für den Versicherungskunden wesentlichen Fristen;
  • laufende Überprüfung der bestehenden Versicherungsver-träge sowie gegebenenfalls Unterbreitung geeigneter Vor-schläge für eine Verbesserung des Versicherungsschutzes.

Versicherungsschutz

Die Versicherungssumme der Berufs-/ Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (VSH) muss seit dem 15.01.2013 mindestens 1.257.505,- € für jeden einzelnen Schadensfall und 1.886.258,- € für alle Schadensfälle eines Jahres betragen. Die Versicherungssumme wird regelmäßig alle 5 Jahre entsprechend den von Eurostat veröffentlichten Änderungen des Europäischen Verbraucherindexes angehoben, das nächste Mal zum 15.01.2018.

Zu beachten ist, dass bei Wegfall des Versicherungsschutzes ein Gewerbeentziehungsverfahren eingeleitet wird. Seitens der zuständigen Behörde ist dabei die Gewerbeberechtigung spätestens 2 Monate nach Bekanntgabe des Wegfalls der VSH zu entziehen (§137c Abs. 5 GewO).