gewerblicher Vermögensberater

gewerblicher Vermögensberater (gVB) gemäß § 94 Z 75 GewO, § 136 a GewO

Status

natürliche oder juristische Person , eingetragene Personengesellschaft

Tätigkeit

  • Beratung bei Aufbau, Sicherung und Erhaltung von Vermögen und Finanzierung, ausgenommen Beratung in Bezug auf Finanzinstrumente
  • Vermittlung vonTätigkeiten des § 2 Abs. 1 Z 15 WAG als Wertpapiervermittler (§ 136 a Abs. 3 GewO)
    • Veranlagungen und Investitionen, ausgenommen Finanzinstrumente
    • Personal- und Hypothekarkrediten und Finanzierungen
    • Lebens- und Unfallversicherungen
  • Tätigkeiten des § 1 Z 20 WAG als vertraglich gebundener Vermittler (§ 136 a Abs. 8 GewO)

Voraussetzungen

Zuverlässigkeit, Befähigungsnachweis (Befähigungsprüfung oder individueller Nachweis besonderer Kenntnisse) und Nachweis einer Berufs-/Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung.
Für die Wertpapiervermittlung (Wertpapiervermittler oder vertrag-lich gebundener Vermittler) benötigt der gVB zudem einen Nach-weis des Bestehens eines Vertretungsverhältnisses. Im Rahmen der Tätigkeit als Wertpapiervermittler ist zusätzlich die Weiterbil-dungsverpflichtung für die Ausübung des Gewerbes zu berück-sichtigen. Für die Erfüllung der Weiterbildungsverpflichtung hat der gVB 40 Stunden innerhalb von 3 Jahren zu absolvieren.
Um eine Beratung über Finanzinstrumente durchführen zu dürfen, wird eine Konzession als Wertpapierunternehmen benötigt oder die Wertpapierdienstleistungserbringung wird im Namen und auf Rechnung eines Rechtsträgers (Wertpapierfirma, Wertpapier-dienstleistungsunternehmen, Kreditinstitut) erbracht.
Unternehmensbeteiligungen darf der gVB selbständig vermitteln, solange die Rechte nicht verbrieft und damit „übertragbar“ im Sin-ne des Wertpapieraufsichtsgesetzes (WAG) sind.

Kommentar

Der gVB ist zur Beratung über alle Versicherungen berechtigt, die dem Aufbau, der Sicherung und der Erhaltung von Vermögen die-nen. Vermitteln darf er jedoch „nur“ Lebens- und Unfallversiche-rungen (Ab- und Erlebensversicherungen, fondsgebundene Versi-cherungen; nicht aber Sachversicherungen)! Für Gewerbetreibende, die ihr Gewerbe seit dem 01.01.2009 angemeldet haben, besteht keine Möglichkeit mehr, Sachversicherungsvermittlung als limitiertes Nebengewerbe eintragen zu lassen.
Ist die Vermittlung von Lebens- und Unfallversicherungen in die Gewerbezulassung eingetragen, muss auch eine Eintragung ins Vermittlerregister erfolgen.

Seit dem 01.09.2012 sind gVB verpflichtet, eine Berufs-/Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (VSH) nachzuweisen. Die VSH hat alle Tätigkeiten, zu denen der gVB berechtigt ist, zu umfassen. Ausgenommen hiervon sind die Tätigkeiten der Versicherungsvermittlung (auf Grund des Vorliegens einer VSH nach § 137c GewO) und die Tätigkeiten als Wertpapiervermittler bzw. vertraglich gebundener Vermittler, da diese Tätigkeiten unter einem Haftungsdach erfolgen.

Versicherungsschutz

Die Versicherungssumme muss seit dem 15.01.2013 mindestens 1.257.505,- € für jeden einzelnen Schadensfall und 1.886.258,- € für alle Schadensfälle eines Jahres betragen. Die Versicherungs-summe wird regelmäßig alle 5 Jahre entsprechend den von Euro-stat veröffentlichten Änderungen des Europäischen Verbrau-cherindexes angehoben, das nächste Mal zum 15.01.2018.
Zu beachten ist, dass bei Wegfall des Versicherungsschutzes ein Gewerbeentziehungsverfahren eingeleitet wird. Seitens der zu-ständigen Behörde ist dabei die Gewerbeberechtigung spätestens 2 Monate nach Bekanntgabe des Wegfalls der VSH zu entziehen (§136a Abs. 12 i.V.m. §117 Abs. 9 GewO).